Ein Beitrag auf Behind the Brief benennt, was ich aus Erfahrung kenne: Die Beziehung zwischen Marke und Management eines Creators ist eine der wichtigsten im Influencer Marketing und eine der am wenigsten geschätzten.
Was Managements wirklich tun
Auf Creator-Seite übersetzt das Management das Briefing in etwas, womit der Creator arbeiten kann. Es warnt, wenn eine Deadline unrealistisch ist, und meldet, wenn ein Konzept nicht zur Community passt. Es fordert einen besseren Entwurf, bevor die Marke den schwachen sieht. Es jongliert Änderungen, Timing und Zahlungsbedingungen, oft für mehrere Kund:innen gleichzeitig.
Nichts davon steht in der Case Study. Wenn eine Kampagne glatt läuft, ist das Management oft der Grund.
Ich war auf beiden Seiten
Auf Markenseite caste ich Creator und führe Kampagnen, etwa die bezahlte Runde für Sol de Janeiro. Auf Talentseite war ich mit Creatorin TingTing Lai am Set für Kilian Paris in Paris, ihr erstes Cover für Numéro Berlin und eine Skincare-Kampagne für Estée Lauder und Zalando.
Von der Creator-Seite sieht man, wie viel an den Mails der Marke hängt: eine klare Call Time, ein Briefing mit Begründung, ein Kontakt, der antwortet. Von der Markenseite sieht man, wie viel an der Person hängt, die diese Mails liest.
Wo Marken danebenliegen
Marken investieren viel in Prüfung, Honorarverhandlung und Freigaben und behandeln das Management als Formalie, die pünktlich bestätigen soll. Selten fragen sie nach Roster, Kapazität oder Grenzen. Ist ein Post zu spät, bekommt der Creator die Schuld, obwohl oft ein Management fünf „dringende“ Anfragen in derselben Woche jongliert.
Was stattdessen funktioniert
- Vor dem Briefing anrufen. Fragen, was realistisch ist: Timing, Formate, Freigaben. Zehn Minuten sparen eine Woche.
- Das Warum erklären. Wer die Kampagne versteht, kann beim Creator für sie werben.
- Jede Mail so schreiben, als zählte sie. Klar, vollständig, freundlich. Sie ist der Ruf der Marke auf der anderen Seite.
Das Ergebnis steht in keinem Report: frühere Warnungen, weniger Nachfassen, Creator, die sich als Partner fühlen. Transaktionale Beziehungen zerbrechen beim ersten Problem. Kollaborative halten.
Warum es für deine Marke zählt
In meinen Kampagnen behandle ich Managements als Partner, weil ich weiß, wie ihre Woche aussieht. Für Agenturen, die in DACH eine lokale Partnerin brauchen, die beide Seiten kennt: Influencer-Agenturen.
Quelle: „The Most Underrated Relationship in Influencer Marketing“, Behind the Brief, Juli 2026.