Ein Beitrag auf Behind the Brief sagt etwas, das mehr Teams früh hören sollten: Creator-Auswahl beginnt nicht bei Creatorn, sondern bei Konsument:innen. So wird aus diesem Denken mein Ablauf für Marken im deutschsprachigen Markt.
1. Die Zielgruppe
Bevor ein Profil auf die Liste kommt, schreibe ich auf, wen die Kampagne erreichen muss: was sie interessiert, wo sie Neues entdecken, zu welchen Communities sie gehören und welches Problem das Produkt löst. Derselbe Creator kann für eine Kampagne perfekt und für die nächste falsch sein.
2. Ein Ziel
Dann ein Ziel, in einem Satz: Launch, Bekanntheit, Aufklärung über einen Inhaltsstoff, Besuche im Store, Verkäufe über einen Code, UGC. Das Ziel entscheidet über Creator, Plattformen, Briefing und Kennzahlen.
3. Talent Sourcing mit Begründung
Jeder Name auf meiner Shortlist hat einen Grund: Passung zur Zielgruppe, frühere Ergebnisse, Content-Stil, wie jemand eine Marke vor der Kamera trägt. Die Empfehlung zählt, die Begründung zählt mehr.
4. Die Konditionen, in klaren Worten
- Deliverables: was genau gepostet wird, wo und wann.
- Nutzungsrechte: ob und wo die Marke den Content wiederverwenden darf und wie lange.
- Whitelisting: Anzeigen über den Account des Creators.
- Exklusivität: mit welchen Wettbewerbern der Creator wie lange nicht arbeitet.
- KPIs: die Zahlen, die zeigen, dass das Ziel erreicht ist.
- CPM: Kosten pro tausend Impressionen.
- Earned Media Value: was die Aufmerksamkeit als bezahlte Medialeistung gekostet hätte.
Alles ist vereinbart, bevor Content live geht.
5. Ein einseitiges Briefing
Ziel, Kernbotschaft, freigegebene Claims, Must-haves, No-gos, Werbekennzeichnung, Rechte und Termine. Auf Deutsch für deutschsprachige Creator. Der Rest ist ihre Stimme.
6. Freigabe und ein Fenster
Entwürfe prüfe ich gegen Briefing und Marke, und alle Posts gehen in einem gemeinsamen Fenster live, damit der Launch wie ein Moment wirkt. Für Sol de Janeiro waren das 25 Posts in einem Fenster und 5,97 Mio. erreichte Menschen.
7. Ein Report, den dein HQ lesen kann
Reichweite, Views, Engagement, Earned Media Value und was wir gelernt haben, so geschrieben, dass das Team ihn weiterleiten kann. Auch, was nicht funktioniert hat.
Kampagnen an ihren Entscheidungen lesen
Der Beitrag empfiehlt, Kampagnen anderer Marken nach dem Warum zu lesen. Sein Beispiel ist Sol de Janeiros Schritt in Herrenduft rund um die Fußball-WM. Ich sammle solche Kampagnen, und es ist das beste Training, das ich kenne.
Wenn du diesen Ablauf für deinen nächsten Launch willst: Influencer Marketing.
Quelle: „How To Sound Like You Know What You’re Talking About In Influencer Marketing“, Behind the Brief, Juli 2026.