Mila Stolk, ehemalige Talent-Managerin, schreibt in The Fashion Emblem, dass die schnelle, trendgetriebene Influencer-Ära endet. Ich stimme zu und sehe die Folgen von beiden Seiten: als Strategin, die Creator-Kanäle plant, und als die Person, die Marken anrufen, wenn sie Creator suchen, denen man glaubt.
Resonanz statt Masse
Stolks Satz: Der Algorithmus belohnt keine Masse mehr, sondern Resonanz. Speichern, Teilen, erneutes Ansehen, echte Gespräche. Ein kleineres, engagiertes Publikum kann ein großes, passives schlagen.
Marken haben das bemerkt. Wenn ich caste, zählen Haltung und Qualität der Kommentare mehr als die Followerzahl.
Vertrauen entsteht aus einer Haltung
Du musst nicht alles teilen. Aber du solltest Menschen zeigen, wie du denkst und siehst. Das ist der Unterschied zwischen einem Feed voller Outfits und einem Feed mit Geschmack.
Dazu gehört Kuratieren. Nicht jedes Teil braucht einen Tag und einen Link. Wer auswählt, hält Neugier wach, und die Empfehlungen, die man gibt, sind mehr wert.
Ein einfacher Test vor dem Posten
Stolk schlägt eine Frage vor: Fühlen sich Menschen nach diesem Post mehr wie sie selbst, oder weniger? Content, der das Gefühl gibt, hinterherzuhinken, bekommt vielleicht eine Reaktion, aber kein Vertrauen.
Den Prozess zu zeigen, wirkt aus demselben Grund. Behind the Scenes, Entwürfe, Schnitt, Drehtag beweisen, dass ein Mensch das gemacht hat. Bei den Shoots für TingTing Lai war das Shooting-Vlog eines der Formate, auf die ihre Community am stärksten reagiert hat.
Ein Rhythmus, den du halten kannst
Es gibt keinen universellen Posting-Plan. Wer chaotisch ist, profitiert von Struktur. Wer starr ist, von Pausen. Wichtig ist ein Rhythmus, der auch in Wochen hält, in denen Brand-Deals und eigener Content um dieselben Tage konkurrieren.
Dafür ist ein Contentplan da. Für TingTing habe ich einen um ihr Publikum und ihre Plattformen gebaut: Formate, Rhythmus und feste Slots für Brand-Kooperationen. Über zwanzig Shoots später teilen ihre Kooperationen und ihr eigener Content eine Bildsprache.
Energie gehört zur Strategie
Stolk hat recht: Energie zählt so viel wie Taktik. Erschöpfung sieht man, und Marken sehen sie auch. Ein Plan schützt davor: gebündelte Drehtage, klare Briefings, weniger Last-Minute-Anfragen.
Wenn du als Creator oder Gründer:in einen Kanal willst, der sich nach dir anfühlt und trotzdem wächst, ist das meine Arbeit in der Content-Strategie.
Quelle: Mila Stolk, „How to build an online presence that actually feels like you“, The Fashion Emblem, April 2026.